Erster Spatenstich für die neue Kita in Hausen – Bericht NEUE PRESSE

Integrative Natur-Kindertagesstätte Hier spielen Kinder bald im Grünen

09.09.2015 Von Integrative Kitas, wo Kinder mit und ohne Behinderung gemeinsam aufwachsen , gibt es in Frankfurt reichlich. Doch Wald- und Naturkindergärten tun sich mit der Aufnahme von behinderten Kindern mangels Barrierefreiheit eher schwer. Ein neues Kita-Projekt der Lebenshilfe soll beweisen, dass die Kombination möglich ist.

Für den symbolischen Spatenstich wurden viele Schaufeln verteilt, schließlich wollten auch Kinder mit anpacken. Foto: Leonhard Hamerski Für den symbolischen Spatenstich wurden viele Schaufeln verteilt, schließlich wollten auch Kinder mit anpacken.
Hausen. Mit 174 Quadratmetern Fläche gehört die Kindertagesstätte, die auf Gut Hausen in der Friedrich-Wilhelm-von-Steuben-Straße entstehen soll, ganz klar zu den kleineren der Stadt. Ein Gruppenraum von 61 Quadratmetern soll 36 Kindern Platz bieten. Der begrenzte Raum hat hier jedoch einen ganz einfachen Grund: Den Großteil des Tages sollen die Kinder im Freien verbringen.

Natürliche Atmosphäre

„Die Idee hinter dem Naturkindergarten war, den Kindern in geschützter Atmosphäre, aber dennoch mitten in der Stadt einen Zugang zur Natur zu verschaffen“, erklärt Dorle Horcher, Bereichsleiterin für integrative Kindereinrichtungen bei Lebenshilfe Frankfurt. Nachdem der Verein erst im vergangenen Jahr seine Krabbelstube, ebenfalls auf dem Gelände in der Nähe der Haltestelle Industriehof eröffnet hatte, kam schnell die Idee auf, auch eine Einrichtung für die Über-Dreijährigen zu realisieren.

Von der zentralen Lage der geplanten Einrichtung, zu der gestern der erste Spatenstich stattfand, merkt man auf dem Gelände selbst jedoch kaum noch etwas. Wer als Fußgänger auf das Areal der Lebenshilfe zuläuft, findet sich wieder inmitten von Kleingärten und Natur. Die schmalen Straßen säumen Plastikaufsteller, die die Autofahrer daran erinnern, dass hier Kinder unterwegs sind. Bereits im vergangenen Jahr war hier eine Krabbelstube eröffnet worden. Auch hier steht die Natur im Mittelpunkt. Die Kinder tragen Gummistiefel und spielen vor allem im Freien. Horcher, die selbst auf dem Land groß geworden ist, hält das für immens wichtig in der Entwicklung von Kindern: „Wir haben den Großteil unserer Freizeit im Freien, auf den Straßen und zwischen Hecken verbracht. Da das an manchen Orten in der Stadt generell schwierig ist, wollen wir hier im Naturschutzgebiet einen Ort dafür schaffen.“ Schon jetzt gehören Waschbären, Füchse und Raben zu den häufigen Gästen auf dem Gelände, die die Kinder täglich erstaunen. Dafür wird hier auf das in anderen Kindereinrichtungen übliche Spielzeug verzichtet. „Die Kinder sollen lernen, sich kreativ eigene Beschäftigungen und Spiele zu suchen“, erklärt Horcher das pädagogische Konzept der Kita.

Die neue Kindertagesstätte, die laut den Plänen von Lebenshilfe-Vorstand Volker Liedtke-Bösl und Architekt Stephan Zimmer schon im Sommer 2016 eingeweiht werden soll , kostet den Verein insgesamt rund 840 000 Euro. Zu 80 Prozent wird das Bauvorhaben vom Stadtschulamt unterstützt. Weitere große Beträge spendeten etwa die Leberecht-Stiftung dieser Zeitung, die Stiftung „Share Value“ und die „Aktion Mensch“.

Vertrauen der Spender

Andreas Fiebiger von der Geschäftsführung der Leberecht-Stiftung dieser Zeitung weiß, dass die 37 000 Euro, die für die Einrichtung der Kindertagesstätte gespendet werden, gut angelegt sind. „Wir haben die Lebenshilfe mehrfach unterstützt, etwa beim Bau des Aufzugs im Hauptgebäude auf dem Gelände oder bei der Bobbycar-Rennbahn in der Krabbelstube, und sind jedes Mal beeindruckt, wie die Pläne umgesetzt werden.“

Und auch der Ortsbeirat vertraut dem Verein trotz anfänglicher Skepsis. „Da sich das Gelände der Lebenshilfe inmitten eines Naturschutzgebiets liegt, waren zunächst nicht alle Mitglieder im Ortsbeirat 7 mit einer Bebauung einverstanden“, erinnert sich Ortsvorsteher Veljko Vuksanovic (CDU). Dann jedoch konnte der Verein die Lokalpolitiker überzeugen, dass lediglich die bereits vorhandenen brachliegenden Gebäude durch neue ersetzt würden: „Die bisherigen Projekte haben bewiesen, dass wir mit unserem Vertrauen dann richtig lagen.“

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