CDU-Stammtisch in Rödelheim in den Ferien

MdL Caspar zum Thema: „Frankfurt wächst rasant!“

Der örtliche CDU-Chef Alexander Zollmann und Landtagsabgeordneter Ulrich Caspar, Archiv

Der örtliche CDU-Chef Alexander Zollmann und Landtagsabgeordneter Ulrich Caspar, Archiv

Zu seinem öffentlichen Stammtisch lud der CDU-Stadtbezirksverband Rödelheim/Hausen/Industriehof ein: am Montag, 3. Aug. 2015 in den „Goldenen Löwen“ in Alt Rödelheim.
Trotz Ferienzeit und großer Hitze konnte der örtliche CDU-Chef Alexander Zollmann immerhin 15 Interessierte begrüßen: Das Thema „Frankfurt wächst! Welche Chancen und Herausforderungen ergeben sich daraus für unsere Stadt?“ war halt hochaktuell. Zollmann begrüßte unter den Gekommenen je einen aus Bangladesch und aus Eritrea mit den Worten: „Wir von der CDU sind nicht ausländerfeindlich, im Gegenteil!“ Landtagsabgeordneter Ulrich Caspar referierte genau eine Stunde: „Ich habe als gebürtiger Frankfurter einen Frankfurt-Bezug. Und in der Landtagsfraktion bin ich sowohl deren wohnungs- als auch verkehrspolitischer Sprecher.“
Zu Beginn ließ Caspar die Vergangenheit Revue passieren: Seit 1800 ziehen die Menschen vom Land hier in die Stadt, weil erst Manufakturen, dann Industrien Arbeitsplätze boten. Dafür wurden in der Landwirtschaft immer weniger Menschen nötig. Ab 1950 bis 1990 wurde diese Tendenz unterbrochen: Man konnte sich einen PKW anschaffen, im Umland wohnen und zur Arbeit nach Frankfurt fahren, einkaufen, kulturelle Angebote und Bildungseinrichtungen nutzen. Vor 2000 ging die Einwohnerzahl Frankfurts gar zurück.
Dann stiegen die Energiepreise und die Parkgebühren. Verkehrspolitisch war das Herausdrängen des Autoverkehrs aus Frankfurt angesagt, Und ständig steigt der Altersdurchschnitt der Bevölkerung: Ältere wünschen sich in der Nähe ärztliche Versorgung und Freunde zu treffen. Auch die Stadt Frankfurt war früher durch die Industrie laut und schmutzig, auch der Main stank und an seinem Ufer war nichts los. Nun findet hier wieder Leben statt. Inzwischen gibt es Wohnanlagen wie am Westhafen und den Park an der EZB. Die Rückkehr in die Stadt ist in vollem Gange, bei immerhin noch 300 bis 400 Tausend Einpendlern.
Was ist nun bei dieser Entwicklung zu tun?
Zunächst einmal Nachverdichtung durch Aufstockung und Ausbau von Dachgeschossen, Altes abreißen und Neues größer bauen. Dann Ausweisung von Bauland: Allerdings Waldgebiete abholzen wie damals bei der Siedlung Gravenbruch, „das macht man nicht mehr“. Frankfurt hat große Flächen mit landwirtschaftlicher Produktion durch Eingemeindungen im Norden und Osten. Nun sei der Riedberg fast bebaut, „aber sonst hat man sich zurückgehalten“. Und hier die erste Kritik am Koalitionspartner: „Die Grünen wollen nur noch nachverdichten und nicht neue Wohngebiete ausweisen. Ich wünsche mir drei- bis viergeschossige Bebauung, halte neue Hochhaussiedlungen für problematisch. Ohne Infrastruktur. Die alte, dörfliche genügt nicht. Es wird anonym und ohne soziale Bindungen.“ Caspar führt als negatives Beispiel die Pariser Vorstädte an.
Caspar fragt: „Warum wird zu wenig Mietwohnraum gebaut?“ Barbara Reuff, Sozialbezirksvorsteherin von Rödelheim-West, dazu spontan: „Bezahlbarer Wohnraum!“ Caspar gibt zu: „Niemand sprach mich bisher auf einen Mangel an Eigentumswohnungen an, oder gar an Büros.“ Bei Letzteren gibt’s bekanntlich viel Leerstand. Caspar: „Wir haben keinen funktionierenden Mietwohnungsmarkt.“ Begonnen unter SPD-Kanzler Willi Brand sollten die Mieter durch Kündigungsschutz geschützt werden. Das verschreckte allerdings die Investoren, vor allem die Versicherungen. Also gebe es nur noch für Eigentumswohnungen einen Markt. Allerdings, so Caspar: „Wer eine bessere Wohnung bezieht, macht eine Günstigere frei.“ Und wie wird der Wohnungsbau am besten gestaltet? Diese Frage beantwortete Caspar so:
Statt auf Regulierungen und Eingriffe des Staates bei Brand-, Schall- und Energieschutz, vor allem bei privaten Investoren, sowie die Mietpreisbremse der Großen Koalition bei Wiedervermietung solle man auf die Kraft des freien Marktes vertrauen. Das klingt schon fast nach der guten, alten, bürgerlichen FDP, meint HoWi. Man sei in Hessen eigentlich nur mit den Grünen zusammengegangen, weil sonst rechnerisch Rot/Rot/Grün möglich gewesen wäre, so Caspar.
Und dann führe die Verkehrspolitik der Grünen zum Run auf innerstädtische Stadtteile. So werde die Eschersheimer Landstraße zurück gebaut. „Und wenn dann noch die Rosa-Luxemburg-Straße saniert wird?“
Das Problem von immer mehr Flüchtlingen:
Caspar dazu unzweideutig: „Nach Hessen kommen 60 Prozent aus Ex-Jugoslawien und Albanien:“ Ergo eine Minderheit aus Kriegsgebieten wie Syrien. So solle man die Verfahren für Unberechtigte, also Wirtschaftsflüchtlinge „erheblich schneller machen.“ Fragte in der Diskussionsrunde Regina Hundt, Stadtbezirksvorsitzende von Rödelheim-Ost, „Stimmt es, dass von der Stadt Frankfurt keine Standorte für bestehende und künftige Flüchtlingsunterkünfte veröffentlicht werden?“ Dies konnte niemand beantworten, weil niemand von der Stadt Frankfurt erschienen war. Doch am 10.08.15 regte ein Redakteur einer Frankfurter Tageszeitung sich darüber auf, dass der Stadtverordnete Jörg Krebs, vor einigen Wochen aus der NPD ausgetreten und nun der neuen, rechtsradikalen Mini-Partei „Der III. Weg“ zugewandt, eine diesbezügliche Anfrage an den Magistrat gestellt hat.
HoWi Beitrag von Redaktion, Media: Winkler für: Main-Nidda-Bote (Rödelheimer Anzeiger)

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