Ehrung von Arthur Stern

Frankfurter Neue Presse 24.10.2013

CDU-Fraktion schlägt Platzbenennung auf der Westseite des Bahnhofs vor

Noch ist der neue Stadtplatz auf der Westseite des Rödelheimer Bahnhofs in der Planung. Doch schon jetzt schlägt die CDU-Fraktion im Ortsbeirat 7 einen Namen dafür vor: Arthur Stern.

Rödelheim.

Der Entwurf des Bebauungsplans Nr. 878 „Westlich Rödelheimer Bahnhof – Breitlacher Straße“ war noch bis Ende August öffentlich ausgelegt. Darin enthalten ist auch die Planung für den neuen Stadtplatz, der auf dem Gelände des derzeitigen Rewe-Marktes entsteht. Wann tatsächlich die Bagger anrücken, steht noch in den Sternen. Kein Grund für die CDU-Fraktion im Ortsbeirat 7 (Hausen, Industriehof, Praunheim, Rödelheim, Westhausen) sich nicht schon Gedanken über eine Benennung des Platzes zu machen. In der Sitzung am Dienstag, 29. Oktober, beantragen sie, den Namen Arthur Stern in das amtliche Straßenverzeichnis aufzunehmen. Zudem soll der Magistrat die neu entstehende Anlage in Arthur-Stern-Platz zu benennen.

Fußball-Chef

Der am 29. Juni 1890 in Rödelheim geborene Arthur Stern war ein jüdischer Kaufmann, der in der Assenheimer Straße 1 mit seiner Familie ein Textilgeschäft betrieb.

Durch seine gesellschaftlichen Aktivitäten, unter anderem war er in der Zeit von 1931 bis 1936 Vorsitzender des 1.Rödelheimer Fußballclub 02, danach Mitglied des Vorstandes, Schiedsrichter, Mitglied des Turnvereins Rödelheim, war Arthur Stern ein wichtiges, bekanntes und geachtetes Mitglied im Stadtteil, begründet die CDU ihren Vorschlag.

In der Pogromnacht vom 9. auf den 10. November 1938 wurde Arthur Stern verhaftet und nach Buchenwald gebracht. Die Ehefrau Sybilla Stern, die einer Metzgerfamilie in Rödelheim angehörte, konnte die Freilassung ihres Mannes Arthur Stern wegen seiner herausragenden Taten als Sanitäter im 1. Weltkrieg – Träger des Eisernen Kreuzes – erwirken.

Erinnerung an Flüchtlinge

Anschließend flüchtete Stern nach Amerika. Das Kind Edith konnte im Jahre 1939 mit einem Kindertransport über mehrere Länder und Kontinente ebenfalls nach Amerika flüchten. Dort feierte die Familie 1940 ihr Wiedersehen.

Im Hinblick auf die ehrenamtlichen Verdienste, der gesellschaftlichen Stellung im Stadtteil sowie als Erinnerung an alle Rödelheimer Flüchtlinge hat Arthur Stern sich für die Benennung des Rödelheimer Bahnhofs West in Arthur-Stern-Platz verdient gemacht, heißt es weiter.

Außerdem ist die CDU der Ansicht, dass mit dieser Benennung eine gute Verbindung zum Baruch-Baschwitz-Platz auf der Ostseite des Bahnhofs hergestellt ist.

 (red,sö)

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